Re: Immer wieder dasselbe Lied

Geschrieben von M.Raptis am 06.11.2006 19:24:00:

Oldy:
>Eines sagen die Gegner nun kaum mehr: "Niemand wird Freigeld annehmen." Da haben schon Wära und Wörgl das Gegenteil bewiesen und jetzt tun es alle Freigeldinitiativen. Das abzustreiten, würde sie doch zu lächerlich machen.


Im großen Stil wird tatsächlich niemand Regios annehmen, weil die Unternehmer Euros brauchen, um ihre Steuern zu bezahlen und die Banken die Kredite in Euro getilgt haben wollen.

Oldy:
>Dafür wiederholen sie ein Argument immer wieder: "Freigeld ist Schwundgeld und kann nicht kaufkraftsabil gehalten werden, besonders dann nicht, wenn es viele Herausgeber der Gutscheine gibt."
>Darauf haben die alten Freiwirte, die ein Monopolfreigeld vertreten auch keine Antwort und von den Buchgeldfreiwirten braucht man auch keine verlangen.


Die Monopolfreigeldvertreter haben wohl eine Antwort darauf. Du hast doch "Die natürliche Wirtschaftsordnung" gelesen, da steht eine Antwort eines Monopolfreigeldvertreters drin, nämlich die von Silvio Gesell.

Oldy:
>Daher will ich nun beschreiben, wie einfach die Kaufkraftbeständigkeit der Gogogutscheine gewährleistet werden kann. Nämlich durch die Kaufkraftgarantie auf den Scheinen. Sollten also zu viel herausgegeben worden sein und es zeigt sich eine merkliche Inflationierung, würden viele Leute diese Kaufkraftgarantie in Anspruch nehmen und die Herausgeber mußten die Scheine zurückkaufen und damit würde sie vom Markt als Nachfrage verschwinden. Weniger und knappere Scheine werden dann aber wieder mehr wert. So würde sich das automatich einpendeln.
>Die vielen Herausgeber werden im eigenen Intersess solche Rückkäufe auch machen. Sie wollen ja die Kaufkraft ihrer Gutscheine erhalten, weil sie selber damit etwas kaufen wollen.


Das heißt also, dass erst, wenn die Regios bereits inflationiert sind, die Leute auf die bereits stattgefundene Inflation reagieren, um ihre "Kaufkraftgarantie" in Anspruch zu nehmen. Du sagst nichts anderes als: Die Leute verhindern Inflation, indem sie auf die stattfindende Inflation reagieren. Sowas nennt man einen Zirkelschluß.
Desweiteren kann es doch sehr gut möglich sein, dass die Leute auf die Inflation "überreagieren" und viel zu viele Scheine einlösen. Dadurch würde es dann sofort zu einer Deflation kommen. So kann man kein Geldsystem stabil halten.

Oldy:
>Um auf Argument Nr.1 zurückzugehen, stimmt es schon, daß manche Initiativen Schwierigkeiten damit haben, daß ihr Freigeld akzeptiert wird, aber das liegt daran, daß sie eine viel zu hohe Umlaufsicherung berechnen und die Kaufkraftstabilität nicht garantieren.


Es wird wohl auch daran liegen, dass man mit Euros Steuern zahlen kann, Schulden bei der Bank tilgen kann, in jedem Geschäft zahlen kann, die Inflation des Euros geringer ist als die Umlaufsicherung der Regios usw.
MfG - M.Raptis



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