Freiland leistungsfeindlich? Das stimmt nun ganz und gar nicht!

Geschrieben von Mephistopheles am 05.11.2006 09:49:00:

Meister Eder schreibt:

Meister Eder:
>Schwundgeld, welches bis zu einem bestimmten Datum verwendet werden muß, schränkt die Dispositionsmöglichkeiten des Käufers stark ein und wird demzufolge auch nie akzeptiert werden.
>Den linken (oder rechten oder viell. sogar beides zugleich) Befürwörtern geht es in Wahrheit um die Durchsetzung einer zutiefst leistungsfeindichen Idee, nämlich dem sog. Freiland.
>Was soviel wie Enteignung light bedeutet.
>Meister Eder


Hallo Eder,
das Gegenteil ist wahr!
Aber vermutlich bist du nur auf die Wortwürfelei der der Freigeldaktivisten reingefallen.
Die reden von Freigeld, obwohl die Gogos alles andere als Freigeld, sondern genauso mit Steuern und Abgaben belastet sind wie die gesetzlichen Zahlungsmittel, weswegen sich auch der Vorteil für den Konsumenten, der mit Freigeld theoretisch möglich wäre, wiederum verflüchtigt.
Es hilft dir nämlich überhaupt nichts, wenn ein Brötchen, das 50ct. kostet, zwar für 0,17 Freigeld angeboten werden könnte, dann aber durch die Hintertür noch 33 ct. Steuern und Abgaben draufgeschlagen werden. Die Steuern und Abgaben sind nämlich in Euro zu entrichten.
Genausowenig ist mit Freiland wirkliches Freiland gemeint, sondern die Freigeldaktivisten meinen damit ein Bodenmonopol, das die Gemeinde erhalten soll.
Und wenn sie bezogen auf die heutige Zeit von einem Geld- und Botenmonopol sprechen, dann meinen sie in Wirklichkeit ein Polypol. Der Boden und das Geld befinden sich nämlich in vielen Händen.
Diese Worttrixerei mußt du immer im Auge behalten, wenn du mit Freigeld aktivisten diskutierst. Die Begriffe werden einfach wild durcheinandergewürfelt.
Aber jetzt zum Freiland. Damit ist gemeint, dass die Gemeinde ein Monopol auf alles Land hat und die Nutzungsrechte an den Meistbietenden versteigert.
Jetzt stell dir mal eine solche "Freiland"wirtschaft vor und es ist Versteigerungstermin und Meister Eder, Meister Lampe, der Mühlhiasl, der Agrarrebell Sepp Holzer, und Christian Magerl wollen ein Gebot abgeben.
Da kommt jedoch die Pacht- und Liegenschaftsabteilung von Monsanto daher und meint, die zur Versteigerung anstehenden 1.500 ha Gemeindeland würden sich hervorragend zur Arrondierung der bereits in der Nachbargemeinde bewirtschfteten 5.000 ha Ackerfläche eignen.
Wer glaubst du wohl, würde den Zuschlag erhalten, weil er mit der Portokasse alle anderen niederbieten kann?
Oder Berlin wäre Freiland, was meinst du, wer einen langjährigen Pachtvertrag erhält, wenn EON und RWE erst mal ausrechnen, wievile Leitungsverluste erst gar nicht entstehen, wenn die Kernkraftwerke direkt neben den Hauptabnehmern errichtet würden?
Oder irgendeine Flughafenbetreibergesellschaft pachtet langfristig eine Einflugschneise für ein neues Flughafenprojekt.
Oder die Autostrada S.p.A. möchte eine neue Autobahn über den Brenner errichten; der kürzeste Weg führt nur gerade an deiner Wohnungstür vorbei. Möchtst du gegen Autostrada bieten?
Oder ein Baukonzern stellt fest, dass sich eine Gegend, ein Naturschutzgebiet, etwa 1km neben einem Autobahndreieck doch hervorragend als Bauland eignen würde?
Mach doch nicht den Fehler, den Kapitalismus zu unterschätzen!
Ganz im Gegensatz zum "Freigeld", das nur für Notzeiten taugt, wäre "Freiland" ein wahrer Treibsatz für die Konjunktur!
Gerade für die Kapitalisten wäre "Freiland", insbesondere dann, wenn sie mit staatlicher (Germeinde-)Hilfe rankommen, ein gefundenes Fressen, und auch die Kleinbauern sind einverstanden, wenn sie die Abfindungssummen erhalten haben, weil es bleiben noch genug Ecken und Nischen übrig, die sich für großflächige Bewirtschaftung nicht eignen, und die Verwertungsbedingungen des Kapitals würden sich in einem Quantensprung durch Freiland so verbessern, dass wir tatsächlich mit einem langanhaltenden Wirtschaftsaufschwung rechnen könnten und nicht dem Strohfeuer an Konjunkturaufschwung, das im Moment gerade abgebrannt wird.
Gruß
Mephistopheles



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