Re: Freiland leistungsfeindlich? Das stimmt nun ganz und gar nicht!

Geschrieben von money_2 am 05.11.2006 23:28:00:

>Jetzt stell dir mal eine solche "Freiland"wirtschaft vor und es ist Versteigerungstermin und Meister Eder, Meister Lampe, der Mühlhiasl, der Agrarrebell Sepp Holzer, und Christian Magerl wollen ein Gebot abgeben.
>Da kommt jedoch die Pacht- und Liegenschaftsabteilung von Monsanto daher und meint, die zur Versteigerung anstehenden 1.500 ha Gemeindeland würden sich hervorragend zur Arrondierung der bereits in der Nachbargemeinde bewirtschfteten 5.000 ha Ackerfläche eignen.
>Wer glaubst du wohl, würde den Zuschlag erhalten, weil er mit der Portokasse alle anderen niederbieten kann?
>Oder Berlin wäre Freiland, was meinst du, wer einen langjährigen Pachtvertrag erhält, wenn EON und RWE erst mal ausrechnen, wievile Leitungsverluste erst gar nicht entstehen, wenn die Kernkraftwerke direkt neben den Hauptabnehmern errichtet würden?
>Oder irgendeine Flughafenbetreibergesellschaft pachtet langfristig eine Einflugschneise für ein neues Flughafenprojekt.
>Oder die Autostrada S.p.A. möchte eine neue Autobahn über den Brenner errichten; der kürzeste Weg führt nur gerade an deiner Wohnungstür vorbei. Möchtst du gegen Autostrada bieten?
>Oder ein Baukonzern stellt fest, dass sich eine Gegend, ein Naturschutzgebiet, etwa 1km neben einem Autobahndreieck doch hervorragend als Bauland eignen würde?
>Mach doch nicht den Fehler, den Kapitalismus zu unterschätzen!

Auf alles kann ich leider nicht eingehen. Falsche Behauptungen, wie niedrige Preise im Gogoland die hinterherum dümmlicherweise mit hohen Steuern "korrigiert" werden würden und diese auch noch in Euro, lassen sich nicht widerlegen, es bleiben Behauptungen, deren Herkunft ungeklärt bleiben, bzw. deswegen deinem Verständnis der Sache zugeschrieben werden müssen.
Obige Überlegung halte ich jedoch für interessant genug, um sie zu diskutieren.
Was geschieht im Gogoland mit den Eons RWEs oder Monsantos, also den Riesen, die es vermocht haben, kraft der fehlenden Umlaufsicherung sich eine Monopolstellung zu "erschaffen"?
Werden sie diese behalten? Das Wesen der Monopolstellung ist doch, dass sie mit echter Leistung nichts mehr zu tun hat. Die Telekom und Siemens verdienen kraft ihrer Beteiligungen auch bei der Konkurrenz mit.
Die Telekom hätte sich sonst eine vergleichende Werbung - einst mit Telegate - nicht bieten lassen müssen.
Den Riesen halten Milliarden in der virtuellen Portokasse, den Tageskonten.
Immer bereit, einen durch ihr geldpolitisch schädliches Wirken in die enge getriebenes Opfer "freundschaftlich" aufzurichten. Freundliche Übernahme klingt eben besser als Leichenfledderei.
Es gibt sie wirklich die fast Unverletzlichen, denen scheinbar keine Krise etwas anhaben kann.
Doch was geschieht nun, wenn Gogos in genügender Zahl umlaufen?
Eine Situation deren Entstehung zwar üblicherweise von dir ausgeschlossen wird, aber die für die Beantwortung der von dir gestellten Frage vorrausgesetzt werden muss.
Es laufen also in unserem Modell genug Gogos um. Der Dollar ist futsch, der Euro ebenfalls. Warum? Weil zu viel davon auf dem Markt sind und ihnen durch jahrzehntelang antrainierte Kaufzurückhaltung und Selbstvermehrung durch fortwährende Belohung nun kaum mehr genug Waren gegenüberstanden. Die Gogos waren so frei, sich zu bedienen und den Markt zu räumen, bevor die Giganten die Szene gecheckt haben.
Jetzt haben sie immer noch die Taschen voll mit Milliarden.
1923 gab es innerhalb von 3 Monaten in Deutschland Millionen von Billionären.
???
Natürlich könnte ein anderes Szenario wirksam werden und der eine oder andere Gigant den Ernst der Lage begreifen und sie könnten kooperieren.
Sie könnten versuchen, ihre Milliarden in Gogos zu wechseln. Halt ich für unwahrscheinlich. Monopolisten kommt regelmäßig das Gefühl für die Gefahr abhanden, wenn sie ihre Taschen nur voll gestopft glauben. Das war ja der eigentliche Sinn, der Eroberung der Monopolstellung. Ein für allemal aus der Gefahrenzone zu entkommen. Woher soll plötzlich der nötige Spürsinn kommen, wenn doch die Lösung die leistungsfeindliche Bearbeitung des Marktes, bzw. seiner Teilnehmer war. Das bisherige Geldsystem begünstigt diese Tendenz, diese Denkart, diese Absichten, Konkurrenz auszuschalten. Das geht bis dahin, dass sich nun Monopole gegenseitig die Stirn bieten, denn alle konkurrieren mit allen, wenn es um den schmaler oder zurückhaltender werdenden Geldbeutel der vielen geht. Sie können die anderen eben nicht nur kaufen, sie müssen es obendrein noch. Schöne neue Welt.
Doch nun sind die wirklichen Vorteile von einst geschmolzen. Das Geld is futsch. Die Produktionsanlagen und die Menschen sind es nicht. Bleiben diese Strukturen dann erhalten, wenn eine neue Währung durch eine Umlaufsverstetigung, all die Stockungen beseitigt, die regelmäßig die kleineren (nicht die schlechteren) Marktteilnehmer in die Wüste geschickt hat. Keine Absatzstockungen mehr bei den qualifizierten Marktteilnehmern mehr, der Gogo rollt. Nicht benötigte Kaufkraft kann und will höchstwahrscheinlich dem Schicksal aller Waren entgehen und bietet sich zur Investition an. Genug Investitionen drücken auf den Zins und dessen Verwandten den Zinseszins. Damit steigen die Unternehmergewinne und damit steigt erst mal das Interesse am Unternehmersein. Erst dann wenn es wieder genug Konkurrenz unter den Unternehmern gibt in Folge dieser Senkung der Kosten (nicht nur Berlin als Stadt zahlt mehr als ein Fünftel ihrer Steuereinnahmen für die Zinszahlung, auch die Unternehmen aus der Regionalliga bis hin zur 2. Bundesliga haben oft mehr Schulden, als Marya Carrie Haare auf dem Kopf)sprudeln die Gewinne der fähigen Unternehmen. Derer die tatsächlich wertvolle Produkte und oder Dienstleistungen anbieten. Was wenn sich der Zinssatz nur halbiert, welch ein Aufatmen all derer die überhaupt noch atmen können.
Also die Konkurrenz unter den Unternehmern bekommt Fahrt, damit auch die Nachfrage nach "Auszubeutenden" (kleiner Scherz) Wenn jetzt nicht die Löhne ebenfalls nach oben gehen ...? Nämlich die gestiegenen Unternehmergewinne nunmehr unter dem Druck der Konkurrenz einvernehmlich wieder mit den Soldaten geteilt werden.
Wohlbemerkt die Einschränkung, es gewinnen nur die Leistungsträger nicht auch automatisch die Looser, und nicht automatisch die ehemaligen Monopolisten.
Dann erst wird auch das Thema Boden ins Lot kommen.
Wie genau, das sollen andere erklären.
Wichtig ist, dass Monsanto vielleicht nicht überlebt, selbst wenn sie jetzt unbesiegbar erscheint. Der Zweck der Übung ist die Beseitigung von Vorrechten des Geldes bisheriger Bauart. Ein beseeltes Geld, mit eingebautem Willen, sich den Waren gegenüberzustellen auf gleicher Stufe, kann diese Monopolstellung nicht erlangen, kann sie aber wirksam zerlegen und verhindern.
Monsanto könnte jede Menge Land kaufen, aber immer nur wenn sie Werte schaffen, die von den Verbrauchern so hoch geschätzt werden, dass sie damit übereinstimmen, dass dieses Land bei ihnen in guten Händen ist.
Das kann man vor dem Hintergrund des geltenden Patenunrecht leider nicht sagen.
How



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