Re: Bescheierter Vergleich

Geschrieben von basti24 am 07.11.2006 19:37:00:

Kruemel der Barbar:
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basti24:

>>Der einzige der blödsinnige Bemerkungen macht hier im Forum scheint mir ein anderer zu sein ;) Vor allem aggressive und haltlose Bemerkungen.
>>Die Aussage muss man nicht kommentieren denke ich, sie ist schlichter Unfug.
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>Jaja, diese Art der "Argumentation" kenne ich schon. Da wird etwas als Unfug hingestellt, und weil natürlich keiner merken soll, daß man gar nicht griffig Begründen kann, warum das Unfug sein soll, wird nur mit Polemik abgeschmettert und natürlich gesagt "man müsse es nicht kommentieren". Nichts weiter als das pure Drücken vor einer Erklärung. :o)
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>Kommen wir doch mal zum Detail, weswegen ich meine, daß es eben kein Unfug ist.
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basti24:

>Durch das ändern eines Zahlungsmittels und die Einführung einer Umlaufsicherung kann natürlich kein allgemeines Denken und Streben abgeändert werden.
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>Oh doch, GENAU das wird passieren. Die ewige Bestrebung sich Geldvorräte anschaffen zu müssen (z.B. für "schlechtere Zeiten", die Leute haben doch ständig Angst vor Arbeitslosigkeit), das Bestreben andere finanziell zu übervorteilen, indem das Geld den Warenbesitzer warten läßt, um sich seine Rendite zu erpressen, was wiederum Wirtschaftsstockungen, Arbeitslosigkeit und einen sozialen gesellschaftlichen Verfall (wegen sich ausweitender Armut z.B.) hervorruft und und und... ja diese Bestrebungen wird das Freigeld brechen. Ihr überseht einfach, wie abhängig das Sozialverhalten von der (funktionierenden) Wirtschaft ist. Geht die Wirtschaft schlecht, und haben alle Angst um ihre Existenz ist das Sozialverhalten auch entsprechend schlecht. Umgekehrt ist andersrum. Freigeld wird es umkehren.
>
basti24:

> Ganz zu schweigen von den vielzahligen Beschränkungen des Freigelds, alleine in Bezug auf Steuern, Staat, Außenhandel, Konzerne, gesetze, etc.
>

>Oh ein Hellseher. Woher willst du denn da irgendwelche Beschränkungen sehen? Was sollen das denn für Beschränkungen sein?
>In Wörgel ist mit Freigeld jede Steuer viel schneller gezahlt worden, in der üblichen Landeswährung gabs n Haufen Steuerrückstände. Freigeld hat hier also die Steuereinnahmen deutlich beschleunigt und vereinfacht. War das eine Beschränkung? Also wirklich, dieses Argument würd ich echt nochmal überschlafen.
>Wenn Freigeld etabliert ist, werden alle Steuern in Freigeld bezahlt, Konzerne werden es akzeptieren, wie sie heute Euros akzeptieren. Gesetze... welche Einschränkung sollen Gesetze denn durch Freigeld haben? Wir können viel eher dank Freigeld dann auf eine ganze Menge einschränkender Gesetze verzichten.
>Der Staat muß sich nicht mehr für die Zinsenlasen und Wirtschaftskonjunkturprogramme heillos verschulden. Ist ein schuldenfreier Staat eine Einschränkung?
>Außenhandel haben wir hier irgendwann schonmal behandelt. Wird wahrscheinlich so laufen wie immer. Außenhandel ist nichts weiter als Land A gibt Land B Produkte, Land B gibt Land A Produkte dafür andere Produkte.


Verbindlichkeiten und Verpflichtungen die vereinbarungs- und vertragsgemäß in einer bestimmten Währung zu begleichen sind können niemals mit Gutscheinen beglichen werden. Ebenso gilt das gleiche für den Staat, es sei denn die Legislative würde die Gesetze ändern. Das würde Monate, wenn nicht Jahre dauern bedenkt man, was alles damit zusammenhängt. Ein solch schwerweigende Umstellung kann auch nicht ein Staat alleine durchführen, da die Verwebungen zu vielfältig sind. Es müsste ein ganze Wirtschaftsunion tun. Eine undenkbar komplizierte Vorgehensweise, die sowohl sämtliche nationalen wie auch die EU Parlamantarier vor eine Riesenaufgabe stellen würde. Man muss sich nur mal informieren, wie lange es gedauert hat und wie viel Mühe es gekostet hat den Euro einzuführen. Das bedeutet dann natürlich, dass es eine Mehrheit, also de facto auch eine Mehrheit in der bevölkerung unter allen Wahlberechtigten gibt, die eine neue Währung einführen wollen. Bis jetzt gibt es ja noch nichtmal eine einzige Partei die auch nur annähernd die 5% Hürde schaffen würde. Vorstellbar wäre, dass ein Desaster mit Kriegen und Crashes losbricht, dass tatsächlich auf eine vergleichbare Lösungsmöglichkeit führt. Leider haben meistens diejenigen den größeten Einfluss, die am meisten vom Status Quo profitieren und vice versa. Ein Zirkelschluss.
Deshalb soll nach Oldy das Regionalgeld auch dezentral kommen und sich soz. ausbreiten. Ich bin der Meinung das freigeld regional sehr viel bewirken kann und auch Probleme lösen kann, die jetzt unlösbar sind. Doch die Schranken auf höherer Ebene bestehen. Was nicht gesetzliches Zahlungsmittel ist, muss von niemandem akzeptiert werden und wird es natürlich von staatlicher Seite aus auch nicht. Andernfalls würde dies von den Gerichten zurückgewiesen werden, da es einen Gesetzesverstoß in den jeweiligen Gebieten darstellt (Steuerrecht, Verwaltungsrecht, Handelsrecht, etc.)
Ein multinationaler Konzern wird es m.E. nicht akzeptieren, dass eine Tochter in wesentlichem Umfang Gutscheine annimmt für den verkauf von waren, weil der Sinn ja nicht darin besteht, eine regionale Tauscheinheit zu erwerben, sondern konzernweite Rendite zu erzielen. Die Möglichkeit würde sowieso nur in Betracht kommen, wenn zuvor die Gesetze geändert würden, da sonst wieder ein gesetzesverstoß vorliegt, so dass ein gesetzeskonformes Verhalten des Vorstands der Mutter leicht durch z.b. einen einzelnen Aktionär einklagbar wäre.
Das der Mensch auch unter der fiktiven Annahme eines eingeführten Freigeldes weiterhin seinen Nutzen maximieren möchte, wird mir sicherlich jeder zustimmen.
D.h. wenn einer dem andern Geld verleiht, möchte er dafür einen Mehrwert über der Zurückzahlung der geliehenen Summe, ganz einfach weil der seine eigenen Konsummöglichkeiten ja temporär reduziert. Und um das freiwillig zu tun, muss es ihm natürlich einen Nutzen einbringen, sonst wird er es nicht tun. Durch die Umlaufsicherung wird der Zinssatz etwas kleiner, keine Frage. Prinzipiell ändert sich aber nichts daran.
Warum das Bestreben andere finanziell zu übervorteilen wegfallen soll kann ich nicht erkennen. Weiterhin wird jeder seine Konsummöglichkeiten verbessern wollen, solange er nicht staatlich unter ANdrohung und Durchführung von hoheitlicher Macht daran gehindert wird, wie etwa im Kommunismus. Eine einzelne Nation ist ohnehin nur ein Puzzleteilchen im gesamtsystem. Wenn also international der Kapitalismus ganz normalweiterläuft, wird sich das national nicht ohne Staat ändern. Ich kenne keinen Fall der Änderung eines gesellschaftssystems ohne Mitwirkung des Staates außer durch Militärputsch. An der Börse wird ganz normal weitergehandelt werden, in Euro natürlich. Würde dies per Gesetz abgeändert, fließt sämtliches ausländische Kapital zwangsweise ab. Investitionen unterbleiben, da sich wenn überhaupt nur wenige Eigenkapitalgeber finden. Ich bin ganz sicher ein Gegner der Globalisierung und sehr dafür dem durch regionales freigeld entgegenzuwirken. Das kann auch wunderbar funktionieren auf regionaler Ebene, bzw. tut es ja schon. Darüberhinaus habe ich erhebliche Zweifel. Denkbar ist alles.
ich hoffe doch mal, der Beitrag wird nicht zensiert, auch wenn ich nicht gleich blindlings hurra freigeld schreie..



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