Gemeinschaft und sonstige Widersprüche

Geschrieben von tar am 25.07.2010 19:39:32:

Ist dir schon mal aufgefallen, dass Regierungen kommen und gehen, der Staat aber bleibt derselbe - wie kommt das ?

Hast du Fieber?!

_ 1) Der Staat, das ist die Bürger- & Wählergemeinde. Staatseigentum ist gemeinschaftliches Bürgereigentum.

Gemeinschaftlich? Bist du dir wirklich sicher, dass die Einwohner eines Staates eine Gemeinschaft darstellen?

Das habe ich auch mal so gesehen und wurde berechtigterweise eines Besseren belehrt.

_ 2) Die Regierung besteht aus ein paar Personen, welche von der Bürgergemeinde gemäß einem bestimmten Verfahren und für eine bestimmte Zeitperiode mit der Verwaltung des gemeinschaftlichen Eigentums der Bürger sowie mit der Erledigung gewisser Aufgaben beauftragt sind, welche in der Verfassung, in den Gesetzen und in dem Wahlprogramm/-versprechen der gewählten Parteien stehen.

Kannst du so sehen - und sobald die Rendite des "Volkseigentums" nicht mehr hinhaut, werden sie bei der nächsten Aktionärsversammlung abgewählt - oder es kommt zu einem "Insolvenzverfahren".

_ 3) Die Zentralbank/Monetative ist Gemeinschaftseigentum des Staates, also der Bürgergemeinde, und nicht der Regierung. Ja, sie befindet sich nicht einmal "im zeitweiligen Besitz" der Regierung.

Zur Gemeinschaft: siehe oben. Wenn die Regierung deiner Auffassung nach aber über das Gemeinschaftseigentum verfügt (verwaltet), dann widersprichst du dir hier.

_ 4) Der Vorstand der ZB wird vom Parlament bestellt und wieder in die Wüste geschickt, ähnlich dem Staatspräsidenten oder den Verfassungsrichtern - und ist somit demokratisch legitimiert.

Wie kann man das nur als Argument heranziehen? Der Wulff ist auch "demokratisch legitimiert", so wie der Köhler vorher. Der hat seine Aufgabe der Gesetzesprüfung zum Wohle des Volkes auch wunderprächtig erfüllt, nicht wahr? Und der hatte ausnahmsweise sogar KENNTNIS davon, was seine Taten anrichten mussten - er kam ja direkt aus der Banken-Branche!

Die Regierung hat damit nichts zu schaffen und Besitz auch keinerlei Weisungsbefugnis gegenüber der ZB; sie wird ja ebenfalls vom Parlament bestellt. Der ZB-Vorstand und die Regierung befinden sich somit formal auf gleicher Augenhöhe - ohne gegenseitige Weisungsbefugnis.

Sind wohl alles Maschinen ohne Beziehungen. Lobbyismus ein Fremdwort? Machterhalt und politische Erpressung auch unbekannt? Eieiei, wo lebst du nur!?

Die Monetative wäre von der Regierung so unabhängig, wie es die Judikative bereits ist - das ist doch eine einzige hohle Phrase!

_ 1) Die ZB ist formal unabhängig von jeglichen privaten Interessen.
_ 2) Die ZB ist formal unabhängig von den Interessen und momentanen Bedürfnissen der Regierung.
_ 3) Die ZB ist staatlich, da sie Bestandteil des Gemeinschaftseigentums der Bürger ist. Sie wird von der Regierung nicht einmal verwaltet. Der Vorstand der ZB untersteht dem zuständigen parlamentarischen Ausschuß, dem Parlament als Ganzes, sowie den speziellen Gesetzen, welche für seinen Arbeitsbereich vom Parlament verabschiedet wurden.
_ 4) Die ZB ist allein der Verfassung und den Gesetzen des Landes verpflichtet.

Und morgen kommt der Weihnachtsmann...

1) Wie kann das gehen, wenn sie sich nach privaten Interessen zu richten hat, nämlich der Entwicklung des Marktes - ja sogar die Weisheit besitzen soll, in die Zukunft zu schauen und im Vorfeld zu wissen, wieviel von ihren Verbindlichkeiten nun auf dem Markt notwendig seien?
2) Aha: "formal unabhängig"...
3) Gemeinschaft - siehe oben. Dann sei das wieder das "Ausnahmestaatseigentum", das nicht wie alles andere Staatseigentum von den gewählten Vertretern "verwaltet" werden soll... Merkst du wirklich nicht, dass hier was bei deiner Argumentation nicht hinhaut?
4) Ja und die werden von wem gemacht?

Nichts dergleichen "wird offensichtlich erwägt": Du kannst weiterhin für deine Leistungen beliebige Gegenleistungen mit deinen Geschäftspartnern vereinbaren, sofern sie legal sind - z.B. ein Sack Kartoffeln, Rheingold Gutscheine, einmal Aaschlecken usw..

Ich möchte mir einer "Forderung auf Vollgeld" bezahlen - und nun? Wie ist das mit Vollgeld vereinbar? Ist das dann einfach kein Geld? Wird es nur begrifflich umdefiniert? Wo ist dann der Unterschied zu heute, wenn man auch das weiterhin zur ZAHLUNG verwenden kann?

Übrigens, nirgendwo auf der Welt gibt es "totale Freiheit privater Schuldkontrakte", schon gar nicht in Europa. Verträge haben sich nach den geltenden Gesetzen zu richten; andernfalls sind sie sittenwidrig, betrügerisch, illegal, oder schlicht und einfach ungültig.

Wo liest du bitte, dass Vertragsfreiheit "totale Freiheit" bedeutet?

Und ja, es soll in der Monetative nur "eine Art Geld", nämlich das ZB-Vollgeld als gesetzliches Zahlungsmittel (gZ) geben, was bedeutet, dass :

_ 1) alle dem Staat zufließenden Gebühren, Sozial- und Steuerabgaben werden ausschließlich im gZ (ZBGeld) erhoben.
_ 2) jegliche freiwillige, kostenpflichtige Leistungen der staatlichen Stellen sind nur gegen das gZ zu bekommen (wie Pass, Führerschein, Genehmigungen usw.).
_ 3) alle vom Staat erfolgten Ausgaben, auch an Lieferanten und das Personal, erfolgen ausschließlich mit gZ.
_ 4) alle Bilanzen und GuV-Rechnungen der Wirtschaftsteilnehmer haben auf das gZ zu lauten.

Hatten wir alles schon, trotzdem gab es eben kein Vollgeld, sondern immer auch und zusätzlich dazu Kreditgeld. Aus wars mit dem Vollgeldseifentraum.

2) und 4) gilt wohl auch heute noch. Ich musste jdf. bisher immer mit Bargeld zur Gemeindekasse.

Blablabla - die heutigen Privatbanken genießen keineswegs "ein hohes Maß an Vertrauen" in ihre Zahlungsfähigkeit - es sei denn, die Steuerzahler und Bürger (Staat) "bürgen" für ihre Zahlungsfähigkeit und die Erhaltung der privaten Kundenguthaben gesamtschuldnerisch und solidarisch, sobald die Banken "systemrelevant" geworden sind. Ohne diese Bürgerbürgschaft würden die Menschen ihr Geld den Banken ganz und gar nicht "gerne anvertrauen".

Ja, mittlerweile - das habe ich auch geschrieben ("gipfelte..."). Hier wird die sogenannte gemeinschaftliche(!) Solidarität erzwungen (das ist schon eine seltsame Solidarität, nicht wahr?) - und dass eben genau deswegen, weil die fucking Regierung nur ungerne an der Laterne baumelt, Mensch! Vor der Krise hatte man hingegen wohl kein Problem mit dem Vertrauen - diesen Tatbestand blendest du aber einfach geschickt aus.

Die Bürger haben auch gar keine andere Wahl, als ihr Geld den heutigen Banken "anzuvertrauen"; denn wo bekämen sie Bargeld her !?

Von denselbigen.

Na eben, alle Bürger (Staat) "bürgen" gesamtschuldnerisch und solidarisch für die privaten Guthaben Einzelner, mit zwar mit ihren Steuerabgaben, Altersrenten usw.. Ohne diese Bürgschaft gäbe es nicht das geringste Vertrauen für die heutigen Privatbanken - ausgenommen vielleicht die Genossenschaftsbanken.

Jep: "Zwangssolidarität". Wobei "Einzelner" halt doch sehr viele sind.

Genau. Es wird aber langsam Zeit, dass sie genau diese Kontrolle bekommt - und genau dies ist eines der Hauptanliegen der Monetative.

Seifenblase.

Der Rest der "Guten Kritik an der Monetative" an ist garantiert wie der Anfang, nämlich ein Mix aus Blablabla, Wortklaubereien, Banalitäten, Paragraphenreiterei, Bücherwissen, Klugkacken, und ähnlichem...

Wenn du so weitermachst, störe ich dich nicht mehr in deiner Seifenblasentraumwelt. Ist das dein Wunsch?

Gruß!

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