Staatseigentum, Verwaltungsorgane & Monetative

Geschrieben von Beobachter-II am 27.07.2010 15:25:43:

>> 1) Der Staat, das ist die Bürger- & Wählergemeinde. Staatseigentum ist gemeinschaftliches Bürgereigentum.
Gemeinschaftlich? Bist du dir wirklich sicher, dass die Einwohner eines Staates eine Gemeinschaft darstellen?

Ja, eine Gemeinschaft bestimmter Art oder Qualität. Du darfst es aber auch Wertegemeinschaft, Gesellschaft oder Bürgerverein nennen, wenn es dir lieber ist. Ich bin da nicht begriffsstutzig - mir geht es an dieser Stelle nur um die beschrieben Zusammenhänge.

> Das habe ich auch mal so gesehen und wurde berechtigterweise eines Besseren belehrt.

Gemeinschaften schaffen etwas gemein(sam) - in diesem Fall das gemeinsame physische und ideelle Staatseigentum (Umwelt, Infrastruktur etc.), die Gesetzgebung, das Rechtswesen, das Währungssystem, die Exekutivorgane, und einiges mehr.

>> 3) Die Zentralbank/Monetative ist Gemeinschaftseigentum des Staates, also der Bürgergemeinde, und nicht der Regierung. Ja, sie befindet sich nicht einmal "im zeitweiligen Besitz" der Regierung.
> Wenn die Regierung deiner Auffassung nach aber über das Gemeinschaftseigentum verfügt (verwaltet), dann widersprichst du dir hier.

Die Regierung (Exekutive) ist eben nicht der alleinige Verwalter des Gemeinschaftseigentums der Bürger - die Verwaltungskompetenzen sind aufgeteilt : Die höchsten Richter (Judikative) des Landes verwalten und entwickeln das Rechtswesen, und die Zentralbanker ("Monetative") verwalten und entwickeln das Währungssystem. Jeder dieser drei Staatsorgane hat seinen eigenen Arbeitsbereich, und keiner kann, dem Gesetz nach, den anderen reinpfuschen. Ja sogar, die Regierung muss teilweise umzusetzen, was die Richter oder die ZBanker beschließen, zumindest so in der Monetative.

Und dann ist da noch der Staatspräsident und natürlich das Parlament (Legislative), das die übrigen installiert und kontrolliert.

>> 4) Der Vorstand der ZB wird vom Parlament bestellt und wieder in die Wüste geschickt, ähnlich dem Staatspräsidenten oder den Verfassungsrichtern - und ist somit demokratisch legitimiert.
> Wie kann man das nur als Argument heranziehen? Der Wulff ist auch "demokratisch legitimiert", so wie der Köhler vorher. Der hat seine Aufgabe der Gesetzesprüfung zum Wohle des Volkes auch wunderprächtig erfüllt, nicht wahr? Und der hatte ausnahmsweise sogar KENNTNIS davon, was seine Taten anrichten mussten - er kam ja direkt aus der Banken-Branche!

Ja sicher, wir brauchen auch eine Reform des politischen Systems, und andere Reformen, wie z.B. eine Bodenrecht-Reform, Erbschaftsrecht-Reform, Patentrecht-Reform, Reform des Betriebsverfassungsgesetzes usw.. Im Moment diskutieren wir aber nur das Währungssystem.

>> Der ZB-Vorstand und die Regierung befinden sich somit formal auf gleicher Augenhöhe - ohne gegenseitige Weisungsbefugnis.
> Sind wohl alles Maschinen ohne Beziehungen. Lobbyismus ein Fremdwort? Machterhalt und politische Erpressung auch unbekannt? Eieiei, wo lebst du nur!? Die Monetative wäre von der Regierung so unabhängig, wie es die Judikative bereits ist - das ist doch eine einzige hohle Phrase!

dito

>> Du kannst weiterhin für deine Leistungen beliebige Gegenleistungen mit deinen Geschäftspartnern vereinbaren, sofern sie legal sind - z.B. ein Sack Kartoffeln, Rheingold Gutscheine, einmal Aaschlecken usw..
> Ich möchte mir einer "Forderung auf Vollgeld" bezahlen - und nun? Wie ist das mit Vollgeld vereinbar? Ist das dann einfach kein Geld? Wird es nur begrifflich umdefiniert? Wo ist dann der Unterschied zu heute, wenn man auch das weiterhin zur ZAHLUNG verwenden kann?

Der Unterschied ist der, dass in der Monetative die Mindestreserve auf "M1 - M0" 100% beträgt ... d.h. M0* = (M1 - M0) = (M1)/2. Hinzu kommt in der Monetative, dass die ZB keinerlei Kredite, außer u.E. direkt an den Staat/Regierung vergibt. Durch diese Maßnahmen bekommt die ZB die volle und effektive Kontrolle über die momentan umlaufende Geldmenge/Kaufkraft (M1), und damit auch über die Preisniveau'entwicklung in der Realwirtschaft.

*) Geldmenge M0 = ZBGuthaben der Banken + Bargeld der Banken (vgl. Geldbasis = M0 + Bargeld der Nichtbanken)

>> Ohne diese Bürgerbürgschaft würden die Menschen ihr Geld den Banken ganz und gar nicht "gerne anvertrauen".
> Ja, mittlerweile - das habe ich auch geschrieben ("gipfelte..."). Hier wird die sogenannte gemeinschaftliche(!) Solidarität erzwungen (das ist schon eine seltsame Solidarität, nicht wahr?) - und dass eben genau deswegen, weil die fucking Regierung nur ungerne an der Laterne baumelt, Mensch! Vor der Krise hatte man hingegen wohl kein Problem mit dem Vertrauen - diesen Tatbestand blendest du aber einfach geschickt aus.

Vor der Krise ist nach der Krise, und umgekehrt - im gestrig-heutigen System.

>> Die Bürger haben auch gar keine andere Wahl, als ihr Geld den heutigen Banken "anzuvertrauen"; denn wo bekämen sie Bargeld her !?
> Von denselbigen.

Sie müssen dafür aber ein Bankkonto besitzen, und ein Guthaben oder Kredit darauf.

>> Der Rest der "Guten Kritik an der Monetative" an ist garantiert wie der Anfang, nämlich ein Mix aus Blablabla, Wortklaubereien, Banalitäten, Paragraphenreiterei, Bücherwissen, Klugkacken, und ähnlichem...
> Wenn du so weitermachst, störe ich dich nicht mehr in deiner Seifenblasentraumwelt. Ist das dein Wunsch?

Sorry wegen meiner überflüssigen Entgleisung.

Mit Gruß, Beo2


Sorry, in diesem Forum dürfen nur registrierte Benutzer schreiben.

Hier klicken um sich einzuloggen