utopische Quasselei

Geschrieben von Kritiker am 27.07.2010 21:45:10:

>> 1) Der Staat, das ist die Bürger- & Wählergemeinde. Staatseigentum ist gemeinschaftliches Bürgereigentum.
Gemeinschaftlich? Bist du dir wirklich sicher, dass die Einwohner eines Staates eine Gemeinschaft darstellen?
Ja, eine Gemeinschaft bestimmter Art oder Qualität. Du darfst es aber auch Wertegemeinschaft, Gesellschaft oder Bürgerverein nennen, wenn es dir lieber ist. Ich bin da nicht begriffsstutzig - mir geht es an dieser Stelle nur um die beschrieben Zusammenhänge.


Denn das meiste ist doch alles utopische Quasselei. Entweder du definierst , wie das praktisch auszusehen hast, ansonsten nimmt dir das keiner ab.
Momentan haben wir eine EZB, die die Geldpolitik bestimmt.
Mit einer durchschnittlichen Inflationsrate von etwas über 2 % haben wir übrigens im Euro-Raum in den letzten 10 Jahren eine Phase dauerhaft niedriger Inflation erlebt.Trotz der starken Ölpreiserhöhung von etwa 10 $ im Jahr 1999 auf mehr als 140 $ zur Jahresmitte 2008.

Bei Inflation spielen viele Komponeneten eine Rolle. Doch nicht nur die Geldmenge. Dann hätten wir heute ja schon eine Hyperinflation.

Du glaubst doch wohl nicht im Ernst, dass du eine Presiniveausteigerung von Null % erreichen wirst mit Vollgeld?
Das ist sogut wie gar nicht zu steuern.Und die Marktteilnehmer können am besten entscheiden, wieviel Kredite sie aufnehmen.


Nun müsstest du definieren, wie die Wertegemeinschaft praktisch nun aufgestellt ist.
Wieder zurück zur einzelstaatlichen Monetative ? Und was hat Bürgerverein mit Monetative zu tun.
Bürger können in kleinen Kreisen Wertegemeinschaften festlegen.Ähnlich wie Kooperativen oder Genossenschaften. Aber die Monetaive muss gesamtstaatlich orientiert sein. Und Staat ist nicht gleich Bürgerverein.
Doch innerhalb des Staates unterscheiden sich nun mal die Ansichten, was Werte sind.Jeder hat da andere Vorstellungen von Wirtschaft und wieviel Kredite notwendig sind.

Wie findet also die Kreditvergabe statt? Die Banken können jederzeit Forderungen auf Vollgeld verbriefen, wenn die Marktteilnehmer das wollen.- Die Vertragsfreiheit kannst du nicht verbieten. Du kannst nur Regeln festsetzen, die man dabei einhalten muss.



3) Die Zentralbank/Monetative ist Gemeinschaftseigentum des Staates, also der Bürgergemeinde, und nicht der Regierung. Ja, sie befindet sich nicht einmal "im zeitweiligen Besitz" der Regierung.


Nochmal: Bürgergemeinde ist nicht gleich Staatsgemeinschaft .Wo lebst du denn ?


Die Regierung (Exekutive) ist eben nicht der alleinige Verwalter des Gemeinschaftseigentums der Bürger - die Verwaltungskompetenzen sind aufgeteilt : Die höchsten Richter (Judikative) des Landes verwalten und entwickeln das Rechtswesen, und die Zentralbanker ("Monetative") verwalten und entwickeln das Währungssystem. Jeder dieser drei Staatsorgane hat seinen eigenen Arbeitsbereich, und keiner kann, dem Gesetz nach, den anderen reinpfuschen. Ja sogar, die Regierung muss teilweise umzusetzen, was die Richter oder die ZBanker beschließen, zumindest so in der Monetative.


Ja aber, wie schon gesagt, die Monetative darf den Bürgern nicht die Vertragsfreiheit untersagen. Die Bürger haben jederzeit das Recht, auch Ansprüche auf Vollgeld, bzw GZ als Zahlung zu akzeptieren.Dss können sie frei demokratisch entscheiden, mit was sie bezahlen.


Der Vorstand der ZB wird vom Parlament bestellt und wieder in die Wüste geschickt, ähnlich dem Staatspräsidenten oder den Verfassungsrichtern - und ist somit demokratisch legitimiert.
> Wie kann man das nur als Argument heranziehen? Der Wulff ist auch "demokratisch legitimiert", so wie der Köhler vorher. Der hat seine Aufgabe der Gesetzesprüfung zum Wohle des Volkes auch wunderprächtig erfüllt, nicht wahr? Und der hatte ausnahmsweise sogar KENNTNIS davon, was seine Taten anrichten mussten - er kam ja direkt aus der Banken-Branche!

Ja sicher, wir brauchen auch eine Reform des politischen Systems, und andere Reformen, wie z.B. eine Bodenrecht-Reform, Erbschaftsrecht-Reform, Patentrecht-Reform, Reform des Betriebsverfassungsgesetzes usw.. Im Moment diskutieren wir aber nur das Währungssystem.


Ja sicherlich. Wir müssen erst eine ganz neue Gesellschaft kneten, damit das neue Geldsystem funktioniert.
Auch bezüglich dieser ganzen Reformen gibt es unterschiedliche Ansichten in einer Gesllschaft.



>> Du kannst weiterhin für deine Leistungen beliebige Gegenleistungen mit deinen Geschäftspartnern vereinbaren, sofern sie legal sind - z.B. ein Sack Kartoffeln, Rheingold Gutscheine, einmal Aaschlecken usw..
> Ich möchte mir einer "Forderung auf Vollgeld" bezahlen - und nun? Wie ist das mit Vollgeld vereinbar? Ist das dann einfach kein Geld? Wird es nur begrifflich umdefiniert? Wo ist dann der Unterschied zu heute, wenn man auch das weiterhin zur ZAHLUNG verwenden kann?
Der Unterschied ist der, dass in der Monetative die Mindestreserve auf "M1 - M0" 100% beträgt ... d.h. M0* = (M1 - M0) = (M1)/2. Hinzu kommt in der Monetative, dass die ZB keinerlei Kredite, außer u.E. direkt an den Staat/Regierung vergibt. Durch diese Maßnahmen bekommt die ZB die volle und effektive Kontrolle über die momentan umlaufende Geldmenge/Kaufkraft (M1), und damit auch über die Preisniveau'entwicklung in der Realwirtschaft.


Preisniveauentwicklung hat nicht nur mit der hiesigen Geldmenge zu tun. Das ist nur eine Komponente
Wie schon gesagt. Auch mit Vollgeld wirst du Null nicht erreichen in einer offenen VoWi.

Wie findet die Kreditvergabe denn nun statt?

Gruß


Sorry, in diesem Forum dürfen nur registrierte Benutzer schreiben.

Hier klicken um sich einzuloggen