erstaunlich, was die so liest....
Hallo Herr Kreutzer,ich habe als junges Mädchen stets die Grünen gewählt, weil ich hoffte, daß die Gesellschaft verändert würde. Vor ein paar Jahren war ich Mitglied der WASG, habe dadurch viele interne Mails bekommen, durch die ich erfahren habe, daß dort Grabenkämpfe ausgetragen werden und um Pöstchen gekämpft wird. Ich habe zwar auch die Linken gewählt, weil ich hoffte, solange die Partei jung ist, könne sie etwas zugunsten der armen Hamsterradläufer verändern. Aber ich glaube bis zu den nächsten Bundestagswahlen sind sie schon unterwandert.Ich lese Ihre Paukenschläge, lese die Nachdenkseiten Nachdenkseiten, die Seiten von Gerd Flegelskamp Gerd Flegelskamp und schaue mich bei Alles Schall und Rauch Alles Schall und Rauch um. Dabei habe ich das Gefühl in einer Parallelwelt zu leben, in einer Traumwelt, in der ich wache und viele schlafen. (Aber jeder meint schließlich, er verstehe die Welt, auch der Bildzeitungsleser)Je mehr ich abseits der Mainstream-Medien lese, um so mehr glaube ich, daß ich verrückt werde. Ich bin Beamtin bei einer Stadtverwaltung in der Buchhaltung und muß z.B. auch Forderungspfändungen gegen Menschen ausbringen, die ihre Verbindlichkeiten nicht mehr im Griff haben. Ich bin Erfüllungsgehilfe des Staates und lebe davon recht gut. Viele Kollegen denken, ich sei zu gut für die Welt und die faulen Hartz-IV-Empfänger bringen Deutschland an den Abgrund, wann ich das denn endlich einsehe.Meine beste Freundin und ihr Mann kämpfen seit Jahren um ihre Existenz, stecken in einer Insolvenz und wissen, wenn sie alt sind beziehen sie Grundsicherung. Sie haben ihr ganzes Leben lang hart gearbeitet. In meinem Bekanntenkreis ist noch keiner auf den grünen Zweig gekommen, aber alle haben ihr bestes getan. Alle laufen im Hamsterrad so schnell sie können. Auch ich.Ich weiß wenigstens, daß ich nicht arbeitslos werden kann und kann deshalb mit meinen Finanzen planen. Darauf sind manche neidisch und ich habe mich schon viel dafür geschämt. Aber im Prinzip sollte jeder diese Sicherheit haben: Arbeit zu haben und dafür anständig bezahlt zu werden, so daß er davon leben kann und wenn er alt ist, auch versorgt wird. Das wäre auch alles möglich, wenn die Reichen nicht so maßlos wären.Ich habe aber keine Hoffnung, daß die Reichen ein Einsehen haben und die Welt verbessern. Und ich habe keine Hoffnung, daß sich die Welt für die Armen verbessert, weil sie keine Macht haben. Wir sind viele, haben aber keine Macht. Und wenn die Vielen aufstünden, käme eine kleine Armee von Schaufelbaggern und schlägt den Aufstand nieder. (Wie in dem Film ‚Soylent Green‘- im Jahr 2024‘)
http://www.egon-w-kreutzer.de/0PaD2010/29.html