Re: Gemeinsamkeit - sehr schwer zu machen

Geschrieben von Francisco d-Anconia am 22.11.2006 11:41:00:

Otto Lidenbrock:
>Warum muss "kapitalistisches Wirtschaften" der Kern einer solchen Gruppierung sein? Es muss in meinen Augen doch gerade darum gehen, eben diese Form des "Wirtschaftens" zu beseitigen. Der Kapitalismus ist doch nicht auf der Grundlage von individuellem Gewinnstreben aufgebaut, sondern vielmehr auf der Erzielung leistungsloser Einkommen durch wie auch immer erworbenes Vermögen und die Möglichkeit, mit Hilfe dieses "Kapitals" anderen den freien Zugang zu den lebensnotwendigen Ressourcen dieses Planeten zu verwehren.
>Im Streben nach Gewinn, der es dem Einzelnen ermöglicht, sein materielles Dasein zu verbessern und damit sein Leben zu verschönern und zu erleichtern, liegt meiner Meinung nach kein Übel. Erst wenn dieses Streben mit seinen Ergebnissen auf Kosten der Mitmenschen geschieht, müssen Regelungen gefunden werden, diesem Einhalt zu gebieten.
>Es entspricht dem Wesen des Kapitalismus, dass Einzelne auf Kosten der großen Mehrheit riesige Reichtümer anhäufen, die nicht nur für sie selbst vollkommen sinnlos, sondern dadurch, dass sie durch Schädigung vieler anderer zustande kamen, auch gesellschaftlich nicht nur wertlos und überflüssig sind, sondern jedwede natürliche Ordnung zerstören.
>In der Konsequenz bedeutet Kapitalismus die Zerstörung der Lebensgrundlagen auf unserem Planeten.


.......

Ja, Sozialisten reden so.
Aber der Kapitalismus ist eine ideale Konstruktion. Ohne Kapitalsmus funktioniert weder eine freie noch eine soziale Marktwirtschaft.
Eine brauchbare Einleitung findet sich bei: http://de.wikipedia.org/wiki/Kapitalismus
Die philosophischen Grundlagen liefert Ayn Rand in ihrem Buch "Capitalism the unknown ideal" -> hier scrollen: http://www.aynrand.org/site/PageServer?pagename=objectivism_nonfiction
Ich setze mal hier einen Auszug der Rede von Francisco d'Anconia aus
Wer ist John Galt? - von Ayn Rand ein:
Auszug: "Der sittliche Wert des Geldes"
Sie glauben also, Geld sei die Wurzel allen Übels? Haben Sie sich jemals gefragt, was der Ursprung des Geldes ist? Geld ist ein Tauschmittel, das es nur gibt, wenn Güter produziert werden und wenn Menschen da sind, die diese Güter produzieren können. Geld ist der materielle Ausdruck des Prinzips, dass Menschen nur miteinander auskommen, wenn sie Leistung mit Gegenleistung bezahlen, wenn ihre Beziehungen durch ehrlichen Tausch geregelt sind. Die Schnorrer, die glauben, den Ertrag Ihrer Arbeit mit Gejammer einheimsen zu können, oder die Plünderer, die sich mit Gewalt holen, was sie haben wollen, brauchen kein Zahlungsmittel. Geldgeschäfte gibt es nur zwischen Menschen, die etwas produzieren. Ist Geld deshalb ein Übel?
Wenn Sie Geld als Entlohnung Ihrer Leistungen annehmen, dann tun Sie das, weil Sie annehmen, dass sie es Ihrerseits als Entlohnung für die Leistungen anderer einsetzen können. Es sind nicht die Schnorrer oder die Plünderer, die dem Geld seinen Wert geben. Weder ein Ozean von Tränen noch alle Waffen der Welt machen aus den Papierstreifen in Ihrer Brieftasche das Brot, das Sie morgen zum Überleben brauchen. Diese Papierstreifen, die eigentlich Goldstücke sein sollten, sind wie ein Ehrenwort, das man Ihnen gegeben hat - Ihr Anspruch auf die Leistungen der produktiven Menschen. Ist Geld deshalb ein Übel?

Sie sagen, dass die Starken sich auf Kosten der Schwachen bereichern? Aber Sie meinen doch nicht Waffengewalt oder Muskelkraft? Reichtum ist das Produkte der menschlichen Fähigkeit zu denken. Und Sie wollen doch nicht behaupten, dass der Erfinder eines Motors sich auf Kosten derer bereichert, die ihn nicht erfunden haben? Dass die Intelligenten sich auf Kosten der Dummköpfe bereichern? Die Fähigen auf Kosten der Unfähigen? Die Ehrgeizigen auf Kosten der Faulpelze? Geld muss erst einmal durch ehrliche Arbeit erworben werden, bevor andere den rechtmäßigen Besitzer anschnorren oder ausplündern können. Wie viel einer erwirbt, hängt von seinen Leistungen ab. Wer ehrlich ist, erwartet nicht, dass er mehr konsumieren kann, als er produziert.

Geld ist der Wertmaßstab aller friedfertigen Menschen. Wer ein Geschäft in Geld abwickelt, akzeptiert die geistigen und materiellen Eigentumsrechte seines Geschäftspartners. Geld gibt niemand die Macht, den Wert einer Leistung zu bestimmen. Erst die freiwillige Annahme eines Angebotes entscheidet, was eine Leistung kostet. Umgekehrt erhalten Sie für Ihre Arbeit und Ihre Güter nur so viel, wie sie anderen wert sind - nicht mehr. Mit Geld kann man nur Geschäfte machen, wenn beide Seiten aus freien Stücken zu eigenem Vorteil darin einwilligen. Geld verlangt die Einsicht, dass Menschen für ihren Nutzen arbeiten, nicht für ihren Schaden, für ihren Gewinn, nicht ihren Verlust, dass sie keine Sündenböcke sind, auf die andere die Last ihres Elends abwälzen können, dass man sie nicht beeinträchtigen darf, sondern fördern muss, dass nicht die wechselseitige Zufügung von Leid, sondern der Austausch von Gütern das Band ist, das die Menschen zusammenhält.
Geld ist das Barometer der Moral einer Gesellschaft. Wenn Sie sehen, dass Geschäfte nicht mehr freiwillig abgeschlossen werden, sondern unter Zwang, dass man, um produzieren zu können, die Genehmigung von Leuten braucht, die nichts produzieren, dass das Geld denen zufließt, die nicht mit Gütern, sondern mit Vergünstigungen handeln, dass Menschen durch Korruption und Beziehungen reich werden, nicht durch Arbeit, dass die Gesetze Sie nicht vor diesen Leute schützen, sondern diese Leute vor Ihnen, dass Korruption belohnt und Ehrlichkeit bestraft wird, dann wissen Sie, dass Ihre Gesellschaft vor dem Untergang steht.

Gruß
FdA



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