Re: genau weiß ich es nicht, aber der Spaßfaktor - darauf kommt es an

Geschrieben von Oldy am 23.11.2006 01:06:00:

>Dann kam erst der absolute Hammer: auf dem Weg zum Ausgang traf ich einen Makler, mit dem ich vor einigen Monaten ein uraltes Fachwerkhaus besichtigt habe. Ich erklärte ihm, welches Objekt nun mein Interesse erweckt hat. Seine Augen wurden kugelrund und er trompetete drauflos, daß ich doch ruhig erst einmal einige Häuser besichtigen solle, um ein Gefühl für Preise und vor allem die Baumängel zu bekommen. Er bot mir gleich einiges an. Ich fragte ihn noch spaßeshalber, ob er mir auch eine Besichtigung der von mir begehrten Bruchbude organisieren könne. Er kann - und noch viel mehr.
>Es erinnert mich alles an 1990, als mir die Wessies den Kapitalismus erklären wollten. Ich fühle mich auf dem richtigen Weg und hinzu kommt noch der Spaßfaktor.

Das Faultier

Oldy $$$
Ja, der Spaßfaktor ist ein wichtiger Punkt. Wenn man etwas tut, erlebt man ihn immer wieder. Ich hörte da geade eine Geschichte aus Düsseldorf, wo eine Frau mit Rheingold etwas bei einen Marktstand am Carlsplatz kaufte und die anderen Kunden die schönen bunten Scheine sahen. Sie sagte zu denen: " Was, sie kennen Rheingold noch nicht und kaufen noch immer mit Euros ein?"
Es war einer ihrer eigenen ersten Einkäufe und sie wußte natürlich genau, daß Rheingold erst am Anfang war, aber die dummen Gesichter der anderen haben ihr sicher unheimlichen Spaß gemacht und wenn sie ihnen gesagt hat, daß sie das Rheingold geschenkt bekommen hat, mit dem sie gerade eingekauft hat, werden die wohl noch dümmer drein geschaut haben.
Die Gogo-Volmetaler werden übrigens auch verschenkt. Wie das gemacht werden kann, versteht niemand, da mußt ihr schon die Herausgeber und Initiatoren fragen, die ihren Spaß dabei haben Freigeld zu verschenken. Die ersten Gogos werden nämlich tatsächlich verschenkt. aber später muß man sie schon verdienen und genau so, wie der Marktstandinhaber eine Gegenleistung dafür bieten.
Warum tut er das aber wohl? Er weiß genau, daß er das Rheingold zum vollen Wert weiterverwenden kann. Es ist zu Geld geworden. Hat er selber keine Weiterverwendung, wird es sicherlich eine Menge Geldwechsler geben, die ihm sein überflüssiges Rheingold gegen 5% Gebühr abnehmen. Sie bekommen da ja für bald wertlose Euros auch wenn sie die nicht selbst verwenden beim Weiterverleihen wertbeständige Rheingoldguthaben.
Und beim Verkauf hat er ja etwas verdient. Sicherlich mehr als die 5%. Solange Rheingold am Markt bleibt und sich ausbreitet, können die Initiatorten auch weiterhin Rheingold verschenken oder zumindestens Rheigoldeinkaufsbummel organisieren, wo sie Reingold mit Rabatt verkaufen. Wie hoch dieser Rabatt sein wird, ist Sache eines jeden Initiators. Es können 20 bis 50% sein.
Da bleiben ihm wenigstens ein Teil der Seigniorage, den er, wenn er das Freigeld verschenkt zur Gänze dem Beschenkten überläßt. Bei Rheingold werden übrigens nur 75% verschenkt und 25% für Kosten und für die Werber einbehalten. Ganz umsonst brauchen die Initiatoren es also auch nicht zu machen.
Aber reich werden sie auch nicht dabei. 25% von 20,000 Rheingold sind 2,500 und das für 1,5 Jahre Arbeit abzüglich der Kosten. Die seien ihnen vergönnt. Mehr haben sie bisher ja noch nicht in Umlauf gebracht, aber die Sache ist ja erst vor etwas 6 Wochen ins Laufen gekommen. Vorher war es reine Liebesarbeit und Vorbereitung.
Als ich das machte, verdiente ich wenigstens mit meinen drei Rindern die Kosten für den Druck der Gogos. Die vielen Herausgeber in Deutschland werden viel mehr als das verdienen und sehr viel mehr als die Initiatoren mit ihrem Anteil an der Seigniorage.
Allerdings können die auch mit Provisionen für die Werberückseiten, Beteiligungen an Geschäften, die durch Rheingold profitieren oder auch durch eigene Geschäfte viel Geld verdienen. Sie brauchen nicht unbedingt Rinder züchten. :-)
Pfandleihen und Gebrauchtwarenhändler in Verbindung mit Wechselstuben und Hawalabanken wären sicher eine gute Sache. Aus denen sind ja in alten Zeiten die Banken geworden. Wenn ich jünger wäre, würde ich so etwas eventuell machen, aber egal, was man tut. Jeder, der eine brauchbare Leistung erbringt, wird sie für Rheingold verkaufen können, denn das kann nicht vom Markt verschwinden.
Eine Monopolstellung wird er allerdings dabei nicht lange haben. Die Konkurrenz bekommt nämlich billige Kredite und wird übertriebene Monopolgewinne verhindern.
Wer sich nicht länger praktisch mit Freigeld beschäftigt hat, sieht diese Zusammenhänge nicht. Er wird sie auch kaum sehen, solange es nicht größere Freigeldkreisläufe gibt und die sind ja erst am Anfang.
Wer sich rechtzeitig darüber informiert, wird der erste sein, der Vorteile davon hat. Vielleicht sind das nur einige Gratisrheingold und der Spaß den jemand dabei hat, sie auszugeben. Vielleicht trifft er dabei aber auch Leute, die ihm Leistungen für Rheingold abkaufen werden. Viel Rheingold wird er nämlich nicht geschenkt bekommen und er wird zusehen müssen, weitere zu verdienen.



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