InTransparency National (IN) Bock und Gärtner

Geschrieben von erzsyger am 08.12.2006 18:03:00:


Selenz` Kommentar 08. Dezember 2006
www.hans-joachim-selenz.de
InTransparency National (IN)
Transparency International (TI) beschaeftigt sich weltweit mit Korruption.
Clickt man die TI-homepage an, so liest man von denkbar anspruchs-
vollen Zielen. Man erfaehrt beispielsweise, dass Einzelmitglieder
sich aktiv für die Bekaempfung von Korruption einsetzen und die Ziele
von Transparency Deutschland oeffentlich vertreten. Auch für die sog.
korporativen Mitglieder bedeute die Mitgliedschaft mehr als eine
verbale Bekundung und pauschale Zustimmung. Nicht nur in den USA
stellt die TI-Mitgliedschaft quasi eine Anti-Korruptionsbescheinigung dar.
Korporative Mitglieder sind so schillernde Unternehmen wie:
Allianz,
Daimler-Chrysler,
PricewaterhouseCoopers und
Siemens.
TI ist gleichsam deren bezahltes Anti-Korruptions-Feigenblatt.
Durch die Unterzeichnung einer Selbstverpflichtungserklaerung
verpflichten sich die Mitglieder zu hohen ethischen Standards im
Geschaeftsverkehr und erklaeren, dass sie Korruption in jeder Form
ablehnen und sie im eigenen Bereich weder anwenden noch dulden,
dass sie ihre Beschaeftigten gegen Korruption sensibilisieren und
schulen, und dass sie sich in den jeweiligen Interessenverbaenden
aktiv zur Bekaempfung von Korruption einsetzen. Zitat Ende.
So weit die Theorie.
Doch wie sieht das Wirken der deutschen Transparenzler wirklich aus?
Wer einmal das zweifelhafte Vergnuegen hatte, sich mit TI-Vorstand von
Blomberg persoenlich über reale deutsche Korruptionsfaelle zu unterhalten,
weiß, dass dieser Herr an allem interessiert ist, nur nicht an der
Aufdeckung realer Korruption! Man arbeite nicht an konkreten
Faellen, nicht konfrontativ, wie TI auch auf seiner Seite verlautbart.
Man suche vielmehr Koalitionen mit Regierungen, Verwaltungen und
Politikern, mit der Wirtschaft und mit Gruppen der Zivilgesellschaft,
die eine vertrauenswürdige, transparente, wertorientierte, zivile
demokratische Kultur vertreten." QED!
TI-D-Vize-Chef von Blomberg, ein ehemaliger Allianz-Bezirksvorstand,
hat außer unverbindlichen Spruechen und einigen Kubikmetern an heißer
Luft bislang keinerlei konkrete Erfolge aufzuweisen. Eher laesst sich
sein persoenlicher Erfolg wohl am Kontostand der Organisation ablesen
- gespeist von z. Tl. aktiv korporativ-korrupten Mitgliedern.
Beispiel: Die Siemens AG.
Die Firma Siemens ist bereits seit Ende der 90er-Jahre in einschlaegigen
Kreisen bekannt. Damals flossen Schmiergelder in Millionenhoehe nach
Italien. Bereits seit 2004 ermitteln die Behoerden in Liechtenstein,
seit 2005 in der Schweiz. Seit einigen Tagen - nun endlich - auch die
eigentlich zustaendigen Strafverfolger in Deutschland.
Es geht um nicht weniger als um dreistellige Millionenbetraege.
Von 70 bis 100 Mio. Euro pro Jahr ist intern die Rede.
Die Siemens-Fuehrung war darueber voll informiert. Revision und Wirt-
schaftspruefer - selbstverstaendlich - auch. Den Siemens-Aufsichtsrat
und TI-D habe man indes - angeblich - nicht informiert.
Siemens muss sich vorwerfen lassen, eine gewisse Geschichte in Bezug
auf Korruption zu haben, bemerkt derweil sogar Herr von Blomberg.
Staatsanwaelte sehen laut Wirtschaftswoche vom 4. 12. 2006 in den
Begriffen Siemens und Korruption sogar Synonyme.
Im Fall der Siemens AG fuehlt sich Herr von Blomberg daher
mittlerweile gewissermaßen gemeinsam auf dem Grill.
Fraglich ist, ob von Blombergs TI-Vorstands-Kollegen und die uebrigen,
ehrbaren TI-Mitglieder sich auf Dauer nicht nur die Haende beschmutzen
wollen? Wie glaubhaft ist das Wirken einer Organisation, die vorgibt,
Schwarzgeld zu bekaempfen, sich selbst aber mit Geld aus schwarzen
Kassen finanziert. Sollte man der TI-D-Kasse nicht statt dessen den
einen oder anderen Euro aus den Mannesmann-Untreue-Millionen zufuehren?
Damit wuerden die deutschen Transparenzler weiterhin angemessen,
jedoch nicht mehr derart intransparent gefoerdert. Bezeichnend, dass
im aktuellen Gallup-Korruptionsindex Deutschland inzwischen auf dem
einigermaßen realistischen Platz Nr. 48 liegt. Eingerahmt von anderen
Bananenrepubliken wie Bolivien und Mexico.
Derweil kann man Transparency International nur raten, den deutschen
Zweig, TI-D, aus der Organisation zumindest solange zu entfernen,
bis TI-D sich wieder konform der Statuten bewegt.
In der Zwischenzeit schlage ich vor, Transparency International
Deutschland in InTransparency National Deutschland (IN-D) umzutaufen.
Damit waere zumindest die Intransparenz transparent.
Peine, den 8. Dezember 2006
gez.: Prof. Dr.-Ing. Hans-Joachim Selenz



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