„Konjunkturboom“ im Jahre 2006

Geschrieben von Thomas_Heuer am 10.12.2006 14:01:00:

Seit dem Jahr 2000 - mit über 3 % - ist die deutsche Wirtschaft nicht mehr angemessen gewachsen. Dies wird auch im nun ablaufenden Jahr 2006 nicht anders sein. Nach nicht ganz einem Prozent Wachstum in 2005, wird das Wachstum 2006 so ca. 2 % betragen. Dies reichte aus, um den Arbeitsmarkt auf dem seit einigen Jahren miserablen Niveau zu stabilisieren. Schließlich gab es im Februar 2006 noch etwa 5 Millionen offiziell registrierte Arbeitslose. Positive Einflüsse erfolgten durch die wachsende Weltwirtschaft, die auch in 2006 noch steigende Exporte des Exportweltmeisters ermöglichten. Die Binnenkonjunktur verbesserte sich kaum, auch wenn es zu gewissen Einmaleffekten, z. B. wegen der Fußball-WM oder vorgezogener Käufe aufgrund der anstehenden Umsatzsteuererhöhung zum 1. Januar 2007 kam.
Die zur Zeit günstigeren Daten sind erfreulich, auch wenn sie zum Teil statistischen Tricks und kurzfristig wirkenden Maßnahmen geschuldet sind. Es gilt jedoch zu bedenken, dass die Sockelarbeitslosigkeit nach jedem (mit Sicherheit folgenden) Abschwung bisher immer angestiegen ist. Ein Konjunkturboom, wie wir ihn gerade erleben, ist keine Lösung der langfristigen Probleme des Arbeitsmarktes.
Weiterhin haben die Währungshüter (EZB) das Problem, eine einheitliche Geldpolitik für eine Vielzahl unterschiedlicher Staaten machen zu müssen. Es ist daher fast müßig, über die letzte Zinserhöhung der EZB zu streiten. Diese Erhöhung mag teilweise richtig, aber teilweise auch kontraproduktiv sein. Die Inflationsraten der Euroländer sind unterschiedlich hoch, dennoch gibt es einheitliche Leitzinssätze. Nebenbei ist die statistisch gemessene Inflation in Deutschland wesentlich auch durch Kartell- und administrierte Preise bedingt. Weitere Zinserhöhungen durch die EZB werden die Zinsaufwendungen für den deutschen Staatshaushalt spürbar steigen lassen und die Wachstumsraten werden schwach bleiben.
Gruß Thomas Heuer



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