Re: @Oldy Canadas Schulden

Geschrieben von Francisco d-Anconia am 11.12.2006 22:38:00:

>>Meine Herren, sie gehen von einer völlig falschen Kapitalmarkt- und Geldmarkttheorie aus.
>>Wenn ich für 1 Million Staatspapiere beitze zu z. B. 5 % Verzinsung, fällig am 1.1.2007 (oder am 15.5.2010), dann bekomme ich als Gläubiger zum 1.1.2007 (oder am 15.5.2010) eine Rückzahlung meines Kredits zu pari, also zu 100 %. Die Wertpapiere sind abgelaufen und werden meinem Depot entnommen. Der Staat zahlt aus seinem Steueraufkommen mir über den Weg zu meiner Bank 1 Million aufs Girokonto. Nun habe ich 1 Million in Geld (statt wie bisher kein Geld aber dafür Wertpapiere im Wert von 1 Million). Da der Staat seine Schuld mir gegenüber getilgt hat, zahlt er mir nach Schuldenrückzahlung natürlich keine Zinsen mehr.
>>Ich muß nun sehen, daß ich für meine 1 Million in Geld andere Anlagemöglichkeiten finde, das ist jetzt ganz meine private Angelegenheit und nicht mehr die Sache des Staates als EHEMALIGER Schuldner . Finde ich lange nichts bekäme ich nur den Minizins aufs Girokonto, also buche ich gleich mal um aufs Tagesgeldkonto, sagen wir mal zu 3 % Zinsen (das ist jetzt weniger als die 5 % auf die bisherigen, erloschenen Staatsanleihen). Da ich mit 3 % nicht zufieden bin kaufe ich z.B. Aktien mit hoher Dividendenrendite und Kurssteigerungspotential. Ich kann mir auch Immobilien kaufen oder Edelmetalle, jeder wie er's mag. Nur man kann keinen Schuldner zwingen ein Darlehen über den Fälligkeitstag hinaus zu behalten. Da muß dann jeder ehemalige Gläubiger, wenn er das Geld wieder bekommen hat, sich eben umsehen, wie er mit Anlagen am Kapitalmarkt oder Geldmarkt mit dem Betrag der Darlehensrückzahlung zurecht kommt.
>>Alles paletti !!!
>>FdA
>volkswirtschaftlich ist das ziemlich egal was sie mit dieser million machen aber machen sie das mal mit 7 billionen.
>mal ein beispiel: sie kennen sicher die autowerbung im fernsehen? dort sieht man in der regel immer nur ein auto(der beworbenen marke) und das auf leeren straßen. am liebsten möchte man aber von dieser marke ein paar millionen autos verkaufen. wenn das eintritt stimmt aber die werbung nicht mehr.
>ich will damit sagen, man kann nicht den einzelfall nehmen und diesen auf das gesamtsystem übertragen.das wäre so als würde ich in der molkerei anrufen und sagen " leute zieht euch warm an, ich trinke ab sofort keine milch mehr".
>matmi

lllllllllllllllllllllllllllllllll
Leider ist Ihr Beispiel (bewußt?) falsch gewählt. Unsere Staatsverschuldung beläuft sich gegenwärtig nicht auf 7 Billionen, sondern auf 1,540 Billionen http://www.steuerzahler.de
7 Billionen sollen demgemäß auch nicht auf einmal zurückgezahlt werden, sondern 1,540 Billionen annuitätisch getilgt werden. Bei einer jährlichen Anfangstilgung von 1 % (denken Sie zum Vergleich an Hypothekendarlehen auf Häuser) begänne die Tilgung mit 15,4 Milliarden und das wäre machbar, wenn man den Sozialklimbin beser stutzen würde. Bei 5 % Zinsen wäre die Annuität 6 % und das gäbe einen Tilgungszeitraum von ca. 36 Jahren. Natürlich müssen dann die Zinsen auch bezahlt werden, aber die ursprünglich gewählte Annuität verändert sich ja nicht mehr. Was an Tilgung steigt fällt finanzmathematisch an Zinszahlungen.
Oder wollen Sie , daß unsere Kinder und Enkel immer weiter belastet werden.
FdA



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