Etwas aus der praktichen Arbeit,

Geschrieben von Oldy am 13.12.2006 01:46:00:

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Weil immer wieder recht viel Unsinn über Rheingold und andere Gutscheininitiativen geschrieben wird, stelle ich diesen Beitrag hier herein. Vieleicht motiviert das jemand auch eine Initiative zu starten, wenn er sieht, wie man es genau, einschließlich der Buchhaltung für die Steuer, machen soll.
Für den Steuerberater:

Rheingold ist ein Gutschein, den Ihr Mandant herausgegeben hat.

Diejenigen Rheingold-Teilnehmer, die der täglichen Kassenpflicht unterliegen, führen die Rheingold-Gutscheine wie Bargeld in der Kasse mit.

Wenn Ihr Mandant 100 Rheingold (=50 Euro) herausgibt, dann soll er an dem Tag, an dem er seine Gutscheine in seine Firmenkasse einlegt, sich einen Einnahmebeleg über 50 Euro schreiben, damit seine Kasse stimmt. Er zählt also seine Gutscheine wie Bargeld mit.

Der Buchungssatz lautet:

Soll Kasse 50 Euro
Haben allg. Verbindlichkeiten (Rheingold-Gutscheine) 50 Euro

Geht er mit Rheingold geschäftlich einkaufen, dann bucht er so:

Beispiel:
Er zahlt für den Druck der Gutscheine 25 Rheingold (=12,50 Euro).

Er trägt also 12,50 Euro gegen Quittung aus der Kasse aus.

Der Buchungssatz lautet:

Haben Kasse 12,50 Euro

Soll anrechenbare Vorsteuer (16%) 1,72 Euro
Soll Werbungskosten 10,78 Euro

Hat er Einnahmen mit Rheingold, dann:

Beispiel: Er verkauft ein Kopfkissen für 100 Rheingold inkl. 16% MwSt

Soll Kasse 50 Euro

Haben Erlös 16% 43,10 Euro
Haben Verb. USt 6,90 Euro

Das Konto allg. Verbindlichkeit (Rheingold-Gutscheine) wird also nur ein einziges Mal angesprochen und bleibt fix bei 50 Euro.

Das Verfahren, wie mit Rheingold umzugehen ist, wurde durch RA/Stb Dr. Peter Feldhausen geprüft und für steuerlich unbedenklich und richtig befunden.

Bei Rückfragen stehen wir Ihnen jederzeit zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüssen,
Jost Reinert
-Kurator-
Es ist also gar nicht so kompliziert, wie manche glauben. Für die Kassa sind ein Rheingold einfach 5o Eurocent. Und als solche verschwinden sie auch wieder daraus, wenn man sie wieder ausgibt. Dazu braucht man also die Kassa gar nicht irgendwie umstellen. Man kann sie für die Umrechnung verwenden, aber das kann man auch im Kopf oder mit einem Taschenrechner machen.
Selbst beim etwas komlizierteren Umrechnungskurs beim Gießener Justus war das in er Praxis kein Problem. Gute Kellner machten selbst das im Kopf. Beim Wechselkurs von 1 Justus = 1,5 Euro halbierte er einfach die Eurorechnung und addierte dann die Hälfte davon wieder zum verbleibenden Betrag. Das machte dann 75% von unten oder 66,6% von oben. Natürlich hätte er dasselbe auch machen können indem er 66,6% der Rechnungssumme in Euro für den Rechnungsbetrag in Justus genommen hätte, aber dazu hätte er einen Taschenrechner gebraucht.
Viele verwendeten zur Sicherhei allerdings auch eine Umrechnungstabelle, die nicht ganz so gut im Kopfrechnen waren oder verwendeten Papier und Bleistift.



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